Die Stiftung für das sorbische Volk hat am 20 Februar den Ideenwettbewerb "Rěč zwjazuje. Rěc zwězujo. Sorbisch verbindet. 2025" ausgeschrieben. Mit dem Wettbewerb unterstützt sie Projekte, die sich auf originelle Weise mit der sorbischen Sprache und Kultur beschäftigen - besonders solche, welche die sorbische Identität in der Öffentlichkeit und im Zusammenleben mit der nichtsorbischen Bevölkerung stärken.
Vereine, Kommunen, Institutionen, Privatpersonen und andere Träger konnten ihre Projektideen bis zum 16. Mai einreichen.
Welche der insgesamt 50 eingereichten Ideen die Stiftung mit einem Preisgeld würdigen soll, hat die 12-köpfige Jury in ihrer Sitzung am 5. August entschieden. Zur Prämierung hat sie insgesamt 17 Projekte ausgewählt, die im Punktbewertungsverfahren die meisten Punkte bekommen haben.
Vor der Entscheidung hat die Jury alle 50 Einreichungen gesichtet und über die Projekte beraten. Danach hat jedes Jurymitglied die einzelnen Projekte nach bestimmten Kriterien eigenständig bewertet.
Die Gesamtbewertung der Jury, die sie am 5. August bestätigt hat, ist die Grundlage der Stiftung, um für einige der ausgewählten Projekte den vollen erwarteten Zuschuss zur Realisierung zu bewilligen. Betreffs einige andere Projekte wird sie sich mit den Einreichenden verständigen, ob und wie sie die geplante Maßnahme mit einem niedrigeren Preisgeld, als erwartet, umsetzen können.
Die Stiftung erlaubt eine Kombination von Preisgeld und Projektförderung und ermöglicht damit die Realisierung aller Projekte, die die Jury im Wettbewerb aufgrund qualitativer Faktoren als die Besten beurteilt hat.
Statement der Jury:
"Wir waren positiv überrascht angesichts der Vielzahl der eingereichten Projekte, besonders aber von der Vielfalt der Ideen, und zwar aus allen Regionen der Lausitz. Es ist erfreulich, dass sich so viele Menschen Gedanken darüber machen, auf welche Weise die Anwendung der sorbischen Sprache in der Öffentlichkeit unterstützt werden kann. Bei unserer Entscheidung lag das Hauptaugenmerk auf neuen und herausragenden Ideen."
Die folgenden Projekte wurden zur Prämierung ausgewählt:
- Serbowaca zahrodka / Das sorbisch sprechende Gärtlein (Sorbische Grund- und Oberschule Radibor/Radwor)
- SorbPOI - Der digitale POI-Führer für das zweisprachige Siedlungsgebiet der Sorben (Daniel Mirtschink, Salzenforst/Słona Boršć)
- Neustart! (Altes Pfarrhaus Groß Döbbern e. V.)
- Beletristika za dorosćonych wuknjecych dolnoserbskeje rěcy / Belletristik für erwachsene Lernende der niedersorbischen Sprache (Charlotte Kuschka, Cottbus/Chóśebuz)
- Interaktiwne bajowe figury w Pančan zakładnej šuli - projekt wot šulerjow za šulerjow / Interaktive Sagenfiguren in der Panschwitzer Grundschule - Projekt von Schülern für Schüler (Förderverein der Sorbischen Grundschule "Šula Ćišinskego" in Panschwitz-Kuckau Pančicy-Kukow)
- Sorbischer Manga: Wukšadnjony pókład / Pokradnjeny pokład / Der gestohlene Schatz (Siggiko - mm Emily Barthold, Cottbus/Chóśebuz)
- Sorbische Sagen hör- und erlebbar machen - dreisprachige Audioproduktion regionaler Sagen (Zwjazk za serbski kulturny turizm z. t. / Sorbischer Kulturtourismus e. V., Bautzen/Budyšin)
- Pśez adwent z Jurijom / Durch den Advent mit Jurij - Ein Lutk bringt Sprache, Geschichten und Zauber in die Adventszeit (Saskia Bugai, Lauchhammer/Łuchow)
- Zabawny film wo serbskich stawiznach / unterhaltsamer Film über die sorbische Geschichte (Kira Hrjehorjec, Leipzig/Lipsk)
- Pópóškaś w góli / Küssen in der Heide - Konzeption für Podcast-Serie zum Wert von Minderheitensprachen (Konstanze Kuschka, Dissen-Striesow/Dešno-Strjažow)
- Čara spěwow ... na slědach serbskich spěwow ... / Auf den Spuren sorbischer Lieder (Walburga Wałdźic, Leipzig/Lipska)
- Piš, pśijaśel, piš! / Schreib, Freund, schreib! - bilinguales Grundschulfreundschaftsbuch (Lisa Wimmer, Lübbenau/Lubnjow)
- Spěw SJ Chrósćicy / Lied der Sportgemeinschaft Crostwitz/Chrósćicy (Józef Donat für Holaski, Leipzig/Lipsk)
- Serbske "Tiny desk"-koncerty / Sorbische Tiny-Desk-Konzerte (Jan Rucha, Sdier/Zdźěr)
- Piwowe wěko - našu rěc do gósćeńcow donjasć / Bierdeckel - unsere Sprache in die Gasthäuser bringen (Sylwija Reksowa, Jänschwalde/Janšojce)
- Serbski Skjarbošc / Das sorbische Dorf Schorbus/Skjarbošc - Multimediale Ausstellung zum 800-jährigen Jubiläum von Schorbus/Skjarbošc (Sophie Rädel für Förderverein Schorbus e. V.)
- Wot realneho do digitalneho. Multimedialne zetkawanišćo - móst mjez zašłosću a přitomnosću. / Vom Realen bis Digitalen. Multimedialer Treffpunkt - Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. (Bogna Korjeńkowa, Panschwitz-Kuckau/Pančicy-Kukow)
Die Stiftung wird erst im Zusammenhang mit der Prämierungsveranstaltung, die am 14. November 2025 im Bautzener Haus der Sorben stattfinden wird, bekannt geben, welche konkreten Preisgelder sie wem bewilligt.
Ansprechpartnerin für den Wettbewerb:
Anka Němcec/Niemz, +49 (0)3591 550 319, a.nemcec@zalozba.de