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Übersicht der Pressemitteilungen der Stiftung

 

Die Niedersorbische Bibliothek im Jubiläumsjahr

Cottbus/Chóśebuz,

Die Niedersorbische Bibliothek begeht in diesem Jahr den 35. Jahrestag ihres Bestehens.

Durch das Bemühen der Initiativgruppe "Wendisches Haus", der Domowina und des damaligen Beauftragten der Stadt für sorbische Angelegenheiten Bernhard Rentsch, bekam sie vom 20. Juni 1991 an im Wendischen Haus in Cottbus ihr Domizil. Obwohl in der ersten Zeit neben anderen auch die Stadt- und Regionalbibliothek Cottbus das Vorhaben unterstützte, waren diese Jahre nicht nur Honigschlecken, u.a. weil es nicht möglich war, Personal fest einzustellen.
2019 übernahm die Stiftung für das sorbische Volk die Verantwortung für die Bibliothek von der Domowina. Seit 2021 arbeitet hier Bernd Pittkunings als Bibliothekar und für die Verwaltungsangelegenheiten ist Simone Poetzsch verantwortlich.

In der Niedersorbischen Bibliothek stehen den Lesern aller Generationen mehr als 10.000 Medien zur Verfügung. Zum größten Teil sind das Bücher. Ein Drittel davon in deutscher Sprache, die anderen meistens in nieder- und obersorbischer Sprache, aber auch auf Tschechisch, Polnisch, Englisch und weiteren europäischen Sprachen. Das Angebot der Bibliothek ist auf die Vergangenheit und Gegenwart der Sorben/Wenden und weiterer nationaler, sprachlicher oder religiöser Minderheiten ausgerichtet, aber natürlich auch auf die Lausitz.

Gegenwärtig haben wir 278 Leser. Das meiste Interesse erwecken bei ihnen die Themen regionale Geschichte, sorbische/wendische Trachten, Bräuche, Märchen, Sagen und Lyrik, und die Auswirkungen der Energiepolitik der vergangenen einhundert Jahre auf die Lausitz und die hier lebenden Menschen. Weil die Niedersorbische Bibliothek vor fünf Jahren den Cottbusern meistens unbekannt war, bemüht sich die Bibliothek mit deutsch-sorbischen Veranstaltungen literarischer Art auch um die deutsche Leserschaft. Das geschieht oft mit Partnern, wie z. B. der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur, dem Verein Eck 51 oder dem Freien Deutschen Autorenverband LV Brandenburg. Der Erfolg ist zu sehen, denn nicht einmal 30% unserer Leser sind sorbischsprachig. Außerdem hat sich die Niedersorbische Bibliothek zu einem Ort entwickelt, wo Leute hinkommen, um sich sorbisch/wendisch zu unterhalten, im besten Fall über sorbischsprachige Literatur.